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Yohimbe ist aus der Mode, zu Recht?

pausinystalia yohimbeDer Baum, aus dessen Rinde Yohimbe gewonnen werden kann, ist im westlichen Afrika und Südamerika in den Tropen zu finden. Der botanische Name ist Coryanthe yohimbe. Yohimbin, der wirksame Anteil des aus der Rinde gewonnenen Extrakts, ist eines der wenigen Potenzmittel aus der Vor-Viagra-Epoche der westlichen Pharmazeutik, seit langem also bereits bekannt. Yohimbe Produkte sind jedoch heute in vielen Teilen Europas, wie Deutschland, Österreich und Frankreich, nur gegen ärztliche Verschreibung in Apotheken erhältlich. Warum das so ist, dazu gleich mehr.

In den USA traut man dem Verbraucher hingegen offenbar eher ein gewisses Maß an Urteilsfähigkeit zu, Yohimbe entsprechend seinen Bedürfnissen „verantwortungsvoll“ in Eigenregie anzuwenden. Insofern kann es dort auch in Läden für Nahrungsergänzungen und ohne Rezept gekauft werden.

Der aus der Rinde hergestellte Tee wird in Afrika schon seit Jahrhunderten als Aphrodisiakum eingesetzt und Erfahrungsberichte von Anwendern in Europa, die den auch hier erhältlichen Tee versucht haben, scheinen diese aphrodisierende Wirkung vollauf zu bestätigen. Ein uns vorliegender Bericht spricht von einem Erlebnis der sexuellen Ekstase, extremer Libidosteigerung mit erheblich erhöhter Intensität des Orgasmus mit lang anhaltender Wirkung, jedoch auch von Hitzegefühlen im Kopf, Herzrasen und Schwindelgefühl. Das ist vielleicht ein Extremfall, möglicherweise durch die Anwendung einer erhöhten Konzentration oder durch erhöhte individuelle Ansprechbarkeit bedingt, der jedoch dazu ermahnt, mit Yohimbe, so es denn über irgendwelche Quellen im Internet frei erhältlich sein sollte, tatsächlich sehr vorsichtig umzugehen.

Sicher waren es Effekte wie diese, die den Gesetzgeber veranlasst haben, Yohimbe aus den Regalen frei verkäuflicher Mittel und Nahrungsergänzungen herauszunehmen. Es scheint tatsächlich arzneilich zu sein.

EFSA betont negative Effekte von Yohimbin

So schreibt z.B. die EFSA (Europäische Nahrungsmittel Sicherheitsbehörde) in ihrem Journal (EFSA Journal 2013; 11(7):3302, Übersetzung aus dem Englischen durch die Redaktion) …

„Ein veröffentlichter Fallbericht beschreibt eine Bluthochdruckkrise nach der Einnahme eines yohimbehaltigen Präparates für Impotenz und legt ernsthafte, mögliche Nebenwirkungen von Yohimbin nahe. … Es liegen mehrere Fallberichte vor, die Yohimbinvergiftungssymptome beschreiben (Hypertensive Krise, manische Symptome, Angstzustände, Agitation, Bewußtseinsverlust). “ Diese Datenlage hat die Behörde veranlaßt, die allgemeine Warnung vor Yohimbin aufrecht zu erhalten.

Der pharmakologisch verantwortliche Stoff, Yohimbin genannt, greift in den Metabolismus des adrenergen Nervensystems ein, indem es bestimmte Andockstellen für Adrenalin blockiert. Damit wirkt es auf bestimmte Gewebe entspannend und durchblutungsfördernd, wie z.B. auf die Blutgefäße der Penis-Schwellkörper. Mitunter und auch wahrscheinlich gleichzeitig jedoch aktivierend auf das Herz-Kreislaufsystem und die Atmung.

Überhaupt ist das Gehirn und die Erregungsbildung durch sexuelle Reize ein relativ komplexes Thema. Denn während also die Adrenalinblockade in den Gefäßen des Penis die Erektionsbildung erleichtert, führt sie andererseits zur vermehrten Bildung eines anderen „Stresshormons“, des Noradrenalins. Berichte sprechen von bis zu 66% Anstieg des Noradrenalins nach Gabe von Yohimbin. Noradrenalin ist jedoch gleichsam eher für „positiven“ Stress oder Aktivierung zuständig. Im Gegensatz zu Adrenalin, das vereinfacht gesagt, das klassich negative Stresshormon ist, also zu Gefäßverengung, kalten Händen und Angstschweiß beiträgt.

Kleine molekulare Unterschiede, Adrenalin wird zu Noradrenalin, können also weitreichende Unterschiede im Empfinden und der Reaktion des Organismus bedingen.

Praxis der Anwendung von Yohimbe heute

Während Yohimbin in den 80er bis 90er Jahren noch relativ oft verschrieben wurde, ist es seit dem Markteintritt von Viagra und anderen PDE-5-Hemmern aus der Mode gekommen. Eine Entwicklung, die nicht wirklich gut verständlich ist, denn einerseits sind auch die PDE-5-Hemmer nicht nebenwirkungsfrei und andererseits sind sie ja für Probleme der sexuellen Erregbarkeit, Mangel an Libido oder Lustlosigkeit, erklärtermaßen nicht indiziert.

Hier stünde ja als Lösungsmöglichkeit noch immer mit Yohimbin eine zentral erregende Substanz zur Verfügung, wie auch die online Enzyklopädie Wikipedia in ihrem Artikel zum Thema bestätigt, hier lesen. Die hohen interindividuellen Unterschiede in der Bioverfügbarkeit von Yohimbin, offenbar zuständig für die relativ schwer vorhersagbare Wirkung, müßten doch eigentlich bei all den Fortschritten der modernen Pharmakologie mittlerweile überwindbar sein!

Die 2007 veröffentlichte Metastudie (10 Studien aus der Literatur zusammenfassend) zu Yohimbin, „Yohimbine for erectile dysfunction update. Publikation von Bandolier, 1. April 2007″ verzeichnet eine relativ geringe Erfolgsquote von 30% verbesserter Potenz, im Vergleich zu Placebo mit 14%. Von den drei besten Studien jedoch, war immerhin eine, die einzige allerdings nur, von Montorsi 1994 durchgeführte, zu einem statistisch bedeutsamen positiven Effekt auf die Erektionsstörungen gelangt. Man fragt sich, weshalb eine sorgfältig durchgeführte Studie zu einem positiven Resultat führt und zwei andere, mit ähnlicher Methodik, nicht. Ein Vorgang, der in der Pharmakologie nicht selten ist und einiges zur allgemeinen Verwirrung statt zur Klärung der Frage „Ist Yohimbe wirksam“ beiträgt.

Aus aller zur Verfügung stehenden Literatur sowie verschiedenen, eher anektotisch anmutenden Berichten von Anwendern, kann man schließen, dass es wirksam ist, aber eben nicht für jeden. Der Wissenschaft wäre mehr geholfen, wenn man sich in solchen oder ähnlichen Lagen verstärkt um die Beantwortung der Frage kümmerte „Was haben diejenigen gemeinsam, denen es geholfen hat?“. Immerhin könnte sich daraus dann eine verfeinerte Empfehlung ergeben, die die Erfolgsquote erheblich verbessern könnte. Meine Vermutung geht dahin, dass es v.a. in Fällen mangelnder Libido, bei sexueller Lustlosigkeit also, besser Wirkungschancen hat.

Wie dem auch immer sei – systematische Untersuchungen dieser Art stehen nicht zur Verfügung. So bleibt also mangels intelligenter Forschung nur die Option, Yohimbe auszuprobieren oder es eben lieber bleiben zu lassen.

Für alle, die’s ausprobieren wollen, gibt es nur den Gang zum Arzt, die Bitte um ein Rezept und Yohimbin in der Apotheke, oder bei Biovea, oder als getrocknetes Substrat zur Aufbereitung als Tee (wahrscheinlich in irgendeinem eBay Shop beziehbar).

Wir, bzw. unsere Partner, haben im Moment aufgrund der Rechtslage kein Angebot für Sie.

 

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